Zusammenfassung
Bei einem 67jährigen Patienten, der sich einer transvesikalen Prostataresektion unterziehen
mußte, traten unerwartet Schwierigkeiten bei der laryngoskopischen Intubation auf.
Mehrere Intubationsversuche durch erfahrene Anästhesisten blieben erfolglos. Die fiberoptische
Untersuchung des Larynx ergab eine massive Schleimbildung sowie ein Anschwellen der
Hypopharynxstrukturen. Eine direkte fiberoptische Intubation war nicht möglich. Zur
Erleichterung des Vorgehens wurde eine Kehlkopfmaske eingesetzt, über die sich der
Patient problemlos ventilieren ließ, und die Indikation zur fiberoptischen endotrachealen
Intubation über die liegende Kehlkopfmaske wurde gestellt. Durch die Führung der Kehlkopfmaske
konnte die Enge am Kehlkopfeingang mit der Fiberoptik überwunden und der Tubus unter
Sicht in der Trachea plaziert werden. Die Operation wurde wie geplant durchgeführt.
Anschließend wurde der Patient auf der Intensivstation weiterbeatmet und konnte am
nächsten Tag unter fiberoptischer Kontrolle problemlos extubiert werden. Für das Management
einer unerwarteten schwierigen Intubation stellt die Kehlkopfmaske eine wertvolle
Hilfe zur Beatmung eines Patienten dar. Pathologische prälaryngeale Veränderungen
sind jedoch eine Kontraindikation für die perioperative Beatmung mit der Kehlkopfmaske.
Die fiberoptische Intubation über die Kehlkopfmaske ist daher eine wichtige Bereicherung
des Vorgehens bei der unerwartet schwierigen Intubation.
Summary
A 67-year old patient, scheduled for elective transvesical resection of the prostate
gland, presented intubation problems. Fibreoptic assessment of the larynx revealed
secretions as well as a swollen laryngeal mucosa; endotracheal intubation guided by
the fibreoptic bronchoscope was not possible. After multiple attempts to intubate
the trachea a laryngeal mask airway was inserted. Endotracheal intubation was completed
by guidance of the fibreoptic bronchoscope via the laryngeal mask airway. After surgery
the patient was transferred to an ICU and ventilated for one day. Fibreoptically controlled
extubation was uneventful. Management of the unexpectedly difficult intubation is
a challenge for every anaesthetist. The laryngeal mask airway, a relatively new device
for airway protection, has proved to be beneficial in planned as well as in unexpectedly
difficult endotracheal intubation. However, although the laryngeal mask airway may
solve ventilation problems initially, prelaryngeal alterations present a contraindication
for perioperative ventilation via the laryngeal mask airway. The fibreoptic intubation
through the laryngeal mask airway is an important technique to consider in the „cannot
intubate” situation.